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    <title>Weblog des Dirigenten Ekkehard Klemm, Dresden (Ansichten, Einsichten, Rücksichten, Aussichten)</title>
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    <description>Ansichten, Einsichten, Rücksichten, Aussichten</description>
    <dc:publisher>klemmdirigiert</dc:publisher>
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    <title>Weblog des Dirigenten Ekkehard Klemm, Dresden</title>
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  <item rdf:about="http://klemmdirigiert.twoday.net/stories/5009175/">
    <title>Stefan Mickisch über Opernregie</title>
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    <description>&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;130&quot; alt=&quot;mickisch1&quot; width=&quot;130&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/klemmdirigiert/images/mickisch1.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der geniale Pianist und Musikwissenschaftler Stefan Mickisch hat sich in einem &lt;a href=&quot;http://www.focus.de/kultur/kunst/kultur-sie-meinen-modern-zu-sein_aid_305495.html&quot;&gt;Focus-Interview&lt;/a&gt; zu aktuellen Fragen des Musiktheaters geäußert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;FOCUS: Kann man sagen, dass Wagner in speziellem Maße durch Regie und Ausstattung verhunzbar ist?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mickisch: Ja, weil er Transzendenz hat, unerhörte Qualität, große Tiefe, Schönheit und Geschmack. Eine wirkliche Wagner-Regie, die die Höhe dieser Werke erreicht, steht noch aus. Zunächst einmal sollten sich nur Dramaturgen und Regisseure mit Opern befassen, die Dur von Moll unterscheiden können, das wäre schon mal die Eingangsprüfung.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Statements wie diesem kann man sicher vielfach beipflichten. Dennoch bleibt beim Lesen des Textes ein fader Beigeschmack. Erstens: warum wird immer vom &quot;Regietheater&quot; gesprochen?! Gott im Himmel - was ist Regietheater? Gab es zu Wagners Zeit keine Regie? Kann man umstandslos Neuenfels, Schlingensief und Katharina Wagner (die kritisiert wird, aber sicher zu denen gehört, die Dur und Moll unterscheiden können und auch die Story von den 12 Apostel=12 Meistersinger, der Taufe in Ges-dur usw. ganz gewiß kennt... - zumindest aus Mickischs Mund selbst) in einen Topf werfen? Kann man umstandslos die verschiedenen Regiearbeiten selbst eines Einzelnen in einen Topf werfen? Jeder hat doch Gelungenes und Mißlungenes vorzuweisen! Neuenfels zumal. (Gehörte nicht seine Stuttgarter ENTFÜHRUNG zu den allseits gerühmten ganz großen Würfen der neueren Operngeschichte?)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und Konwitschny... : &lt;i&gt;Er ist einer der wenigen Kundigen, die auch persönlich sehr nett sind und offen für Diskussionen. Er kennt den Unterschied von Dur und Moll. Schade, dass er trotz vieler genialer Einfälle und Aspekte die Schlüsse der Wagnerschen Opern geistig-inhaltlich verfehlt. Auf die kommt es aber maßgeblich an. Es ist, wie wenn einer ganz toll die Beethovensche Waldstein-Sonate spielt und dann die letzte Seite vollkommen in den Sand setzt.&lt;/i&gt; Hut ab - das kann man nur so formulieren, wenn man selbst nicht inszeniert. Scheint mir.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wer trägt die Schuld? Richtig - die 68-er. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;FOCUS: Was meinen Sie, woraus der derzeit modische Inszenierungsstil resultiert?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mickisch: Aus der 68er-Bewegung  deren wenige positive Aspekte anzuerkennen sind -, verbunden mit Unkenntnis der Materie, Abwesenheit von Geschmack, Bildung und ethischer Tiefe sowie der Sucht nach Neuem um jeden Preis, meist um den von Qualität und Seriosität. Neuheit ist aber kein Eigenwert. Nur das Kriterium der Qualität bestimmt, was wertvoll ist. Bach ist immer neu, weil er gut ist, Regietheater ist nicht deswegen gut, weil es neu ist.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch bei diesem Satz stimmt sicher vieles. Aber der &quot;Altvater&quot; des Regietheaters - sorry - Felsenstein war nun gewiß kein 68-er, ebensowenig Frau Berghaus, Joachim Herz oder Harry Kupfer.  Und fast allen ambitioniert arbeitenden Regisseuren, denen ich begegnet bin, ging es keinesfalls um das Neue um jeden Preis, sondern darum, ein Meisterwerk im Heute neu lebendig werden zu lassen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
...&quot;wenige positive Aspekte&quot; der 68er-Bewegung - mich schaudert bei solchen Pauschalurteilen. Sie mögen als Meinung zu respektieren sein - als Urteil eines Künstlers unserer Tage machen sie mich frieren. Die gesamte Musik unserer Tage von Boulez über Ligeti, Nono, Lachenmann oder Schnebel ist ursächlich mit der Bewegung vor und nach 68 verbunden: Wagner selbst hat seinerzeit auf den Barrikaden gestanden und sympathisierte mit den revolutionären Strömungen seiner Zeit!  Der Geist des Neuen - durchaus auch das Neue um jeden Preis ist doch Wagners ureigenster Ansatz!! Warum den Theaterleuten das jetzt vorwerfen? Aber auf die 68-er läßt sich ja z.Zt. so bequem eindreschen. Nein - diese Diskussion hat Schlagseite.&lt;br /&gt;
Mag Mickischs Diagnose und Analyse des Meistersinger-Schlusses vielleicht Wagners Intention entsprechen und vielleicht sogar richtig sein - inzeniert kann (kann!) das ebenso langweilig wirken, wie eine zeitgenössische Sicht auf die Dinge möglicherweise Spannung erzeugt und einen erregenden Theaterabend kreiert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber Mickischs Einführungen sind eine Klasse für sich! Ihn am Klavier zu erleben, ist wundervoll. Vielleicht übernimmt er ja mal eine Regiearbeit...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;300&quot; alt=&quot;mickisch-sternenhimmel&quot; width=&quot;300&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/klemmdirigiert/images/mickisch-sternenhimmel.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehr unter &lt;a href=&quot;http://www.mickisch.de&quot;&gt;Mickischs Website&lt;/a&gt;, wo man auch seine CDs bestellen kann.</description>
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  <item rdf:about="http://klemmdirigiert.twoday.net/stories/4995776/">
    <title>IDOMENEO im neuen Cuvilliés</title>
    <link>http://klemmdirigiert.twoday.net/stories/4995776/</link>
    <description>&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;115&quot; alt=&quot;cuvellier&quot; width=&quot;150&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/klemmdirigiert/images/cuvellier.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Innenraum des neueröffneten Cuvilliés-Theaters in München ist tatsächlich eine Perle und eine leichte Wehmut in Richtung München bemächtigte sich gestern Abend dem Autor...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Jahre zurück - der Gärtnerplatz wurde auch gerade rekonstruiert - da lief unsere ENTFÜHRUNG im alten Cuvilliés. Es waren wunderschöne Abende, in denen das Stück ganz intim und kammermusikalisch wirken konnte. Kobie van Rensburg war unser Belmonte - es waren tatsächlich besondere Vorstellungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Van Rensburg war dann auch unser IDOMENEO - nicht mehr im Cuvilliés, sondern wieder im Gärtnerplatz. Die Produktion war hervorragend besetzt und sehr erfolgreich. Nun hat München einen neuen IDOMENEO, produziert von der Staatsoper, eine -  dem Bayerischen Fernsehen nach zu urteilen - insgesamt sehr gelungene Aufführung mit Nagano am Pult und Dorn als Regisseur, der interessante Facetten entdeckt, das Stück keinesfalls vergewaltigt, doch sehr klar die Schrecken des Krieges auf die Bühne bringt. Nagano beruft sich auf die Münchner Fassung. Hier muß ihm leider etwas entgegnet werden - und das wären auch meine kleinen Einwände: die Münchner Fassung hatte einen Kastraten als Idamante; ihn als Tenor zu besetzen, ist zu deutlich Regiekonzept. Der Gewinn größerer Erotik im Verhältnis zu Ilia ist kaum zu verzeichnen, dagegen der Verlust des stimmlichen Reichtums: Ilia, Sopran, Idamante, Mezzo, Idomeneo, Tenor - das ist unschlagbar, insbesondere im Quartett. Und hier patzen leider Nagano und sein Idamante: er singt als Tenor die Mezzo - Fassung, was mit sich bringt, daß Idamante ständig unten rumbrummelt, der kunstvolle Satz von Mozart grausig entstellt wird und das sensationelle Quartett damit seiner einmaligen Wirkung verlustig geht. Auch der grandiose Walzer des Münchner Duetts Ilia/Idamante muß geopfert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schade außerdem, daß Nagano dem Idomeneo trotz Sinn für Vollständigkeit die letzte Arie streicht; das geht insbesondere dann nicht, wenn Elettra die ihre vorher singen durfte - wie geschehen. Die Ballettmuk wurde ziemlich komplett gebracht (auch nicht ganz), dafür mußte der Schlußchor bluten und blieb einteilig statt dreiteilig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwas bedauerlich, daß die Chance einer wirklichen Komplettaufführung nicht genutzt wurde. Wo, außer im Cuvilliés wäre sie möglich? Alle Theater schauen ja längst auf die Uhr - der Abonnent will nach Hause. Das Verhängnis beim IDOMENEO: schon Mozart hatte zur UA gekürzt. Ich vertrete die Meinung: weil ihm alle reingequatscht haben. Er war 24 und hat sich leider beirren lassen. Aber die 10 min. wären nun auch noch möglich gewesen... (dafür hätte das Orakel kürzer ausfallen können: Mozart hat wahrscheinlich die kürzeste Fassung musiziert, nicht die lange Variante).</description>
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    <title>dirigierender Roboter</title>
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    <description>&lt;a href=&quot;http://world.honda.com/HDTV/ASIMO/20080513-ASIMO-DSO/&quot;&gt;Schöne Bewegungen&lt;/a&gt;, die der Kollege da vollführt - aber wie würde er reagieren, wenn ein Sänger eine Fermate hält und wirklich REagieren müßte?</description>
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  <item rdf:about="http://klemmdirigiert.twoday.net/stories/4889880/">
    <title>Bedenkenswert</title>
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    <description>&lt;i&gt;&quot;Wir erleben eine umfassende Ästhetik der Reproduktion. Ob es die immer gleichen Stücke sind, die sängerische Imitation der berühmten CD-Einspielung mit historischen Instrumenten oder die originalgetreue Rekonstruktion eines ganzen Opernhauses  all das sind Wiederholungen von Formen einer versunkenen Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist das ein deutsches Spezifikum? Als in den neunziger Jahren die Oper von Lyon saniert wurde, setzte Jean Nouvel in die altehrwürdigen Fassaden ein modernes Haus; nur das historische Foyer blieb stehen. Ich kenne kein Opernhaus in Europa, das so viel junges Publikum anzieht wie Lyon mit seinem architektonischen Bekenntnis zur Gegenwart.&quot; &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bedenkenswert, was  &lt;a href=&quot;http://www.tagesspiegel.de/kultur/musik/Oper;art971,2515194&quot;&gt;Stefan Rosinki&lt;/a&gt; da formuliert.</description>
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    <dc:date>2008-04-25T22:48:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://klemmdirigiert.twoday.net/stories/4886198/">
    <title>&lt;a href=&quot;http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/0,1518,549271,00.html&quot;&gt;Alles...</title>
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    <description>&lt;a href=&quot;http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/0,1518,549271,00.html&quot;&gt;Alles hat ein Ende, auch die Erde: In fünf Milliarden Jahren dehnt sich die Sonne so weit aus, dass unsere Welt schmelzen wird. So die bisherige Annahme. Es kann aber schon in 40 Millionen Jahren vorbei sein, haben Astronomen herausgefunden &lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was wird dann eigentlich aus dem Weltkulturerbe?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sorry - das ist wahrscheinlich schon wieder zu ketzerisch.</description>
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    <dc:date>2008-04-24T14:59:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://klemmdirigiert.twoday.net/stories/4863349/">
    <title>Kwangju</title>
    <link>http://klemmdirigiert.twoday.net/stories/4863349/</link>
    <description>Die SZ (Sächsische Zeitung) meldet den Erfolg meines Schülers Lennart Dohms:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Die Oper Vorfall in Kwangju erlebte am vorigen Freitag ihre Uraufführung in der Kleinen Szene Dresden. Ensun Lee, koreanische Meisterschülerin der Dresdner Komponistenausbildung, hat die Musik geschrieben und mit dem Dramaturg-Librettisten Stefan Ulrich das Stück geschaffen. Hendrik Müller inszenierte den Opernerstling. All das passierte in bewährter Kooperation der Semperoper mit den Dresdner künstlerischen Hochschulen, diesmal im Rahmen von KlangNetz Dresden, einem Förderprojekt der Kulturstiftung. ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Studenten spielen engagiert und hingebungsvoll. Barbara Hoene als Schamanin und Mutter ist ein sängerisch brillierender Ruhepol, Lennart Dohms der alles überblickende, sicher führende Dirigent. Premierenjubel mit einer sichtlich ergriffenen Komponistin.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(zur Gänze nur gegen Bares zu lesen - &lt;a href=&quot;http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=1800128&quot;&gt;hier&lt;/a&gt;)</description>
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    <dc:date>2008-04-14T22:40:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://klemmdirigiert.twoday.net/stories/4863330/">
    <title>neue Website</title>
    <link>http://klemmdirigiert.twoday.net/stories/4863330/</link>
    <description>Ich darf auf die von meinem Webmaster - &lt;a href=&quot;http://www.kulturchronist.de&quot;&gt;dem Kulturchronisten&lt;/a&gt; - erneuerte &lt;a href=&quot;http://www.klemmdirigiert.de&quot;&gt;Homepage&lt;/a&gt; verweisen, die insbesondere auch über das erfolgreiche Tun meiner Schüler/innen Auskunft gibt, über das ich mich in letzter Zeit vermehrt freuen konnte. Mehrere von ihnen sind in öffentlichen Aufführungen aufgetreten, haben Konzerte, Opernaufführungen, eigene Einstudierungen und Nachdirigate geleitet, die sich hören und sehen lassen konnten. Etliche stehen auch bereits im Engagement oder sind anderwärts erfolgreich gewesen.</description>
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    <dc:date>2008-04-14T22:21:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://klemmdirigiert.twoday.net/stories/4751498/">
    <title>Matthäus-Passion am 15. und 16.3.</title>
    <link>http://klemmdirigiert.twoday.net/stories/4751498/</link>
    <description>&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;400&quot; alt=&quot;BachGesicht&quot; width=&quot;394&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/klemmdirigiert/images/BachGesicht.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;ich finde nichts , was eine Interpretation erfordern würde!&quot; (Stravinski)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zugegeben: das Zitat klingt provokant in einer Zeit, die nach Interpretation, nach Emotion, wahlweise nach &quot;positiver Energie&quot; o.ä. geradezu schreit. An den Satz wurde ich erinnert beim Lesen des Prologs von Chr. Wolffs großer Bach-Biografie: Wolff startet mit einem Exkurs über &quot;Bach und den Begriff &apos;musicalische Wissenschafft&apos; &quot; und setzt den Tonsetzer in Beziehung zum Physiker Newton, der in Leipzig hoch angesehen war und verehrt wurde. Wolff zitiert einen Zeitgenossen und Schüler Bachs (L. Chr. Mizler) mit den Worten: &quot;Die Musik ist eine vermischte Mathematische Wissenschaft, welche handelt von den Ursachen, Eigenschaften und Unterschieden des Klanges, woraus eine künst- und liebliche Sangweise und Zusammenstimmung gemachet wird, üm dadurch Gott zu ehren und zu loben, den Menschen aber zur Andacht, zur Tugend, zur Freude, und zur Traurigkeit bewegen.&quot; Bach ohne seine Perücke sozusagen, wie wir ihn gerade dieser Tage durch die Rekonstruktion seines Gesichts leicht irritiert anschauen durften &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein kürzlich erschienenes &quot;Wörterbuch zur Aufführungspraxis der Barockmusik&quot; (Eberhard Heymann, Köln, 2006) vermerkt: &quot;Die Fragen, ob historische Musik möglichst authentisch aufgeführt werden soll und wieweit dies überhaupt möglich ist, können nur nach ästhetischen Gesichtspunkten entschieden werden. Auch die Unterscheidung zwischen historisch korrekt und falsch ist angesichts der vielen widersprüchlichen Daten meist eine Bewertung.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was inspiriert einen Chor von über 120 Leuten, ein Werk aufzuführen, das in seiner Entstehungszeit vielleicht von 16, 24 oder 36 Sängern musiziert wurde?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst eine etwas pointierte Antwort, recht aktueller politischer Auseinandersetzung entnommen: die intensive Beschäftigung mit Bach erscheint uns dringlicher als die Diskussion über Jugendkriminalität. Der Altersdurchschnitt der Singakademie hat sich in den vergangenen Monaten erheblich nach unten verschoben: gerade die Möglichkeit, die Matthäus-Passion ebenso selbstverständlich zu musizieren wie die Missa solemnis von Beethoven, den Elias Mendelssohns oder die Uraufführung moderner Werke hat junge Leute zu uns gezogen. Bei den Aufführungen der Singakademie geht es stets um größtmögliche Professionalität eines aus Laien bestehenden Chores. Aber es geht auch darum, diese Art der Arbeit einer großen Zahl von Menschen zu ermöglichen. Von Abiturientinnen über Arbeitslose, Krankenschwestern, Ingenieuren bis hin zu Ärzten oder Juristen: das gemeinsame Singen eint, sensibilisiert füreinander und für die Kunst, verdrängt Alltägliches und führt zu Erkenntnissen jenseits des normalen Horizonts. Ein Chorwochenende mit der Matthäus-Passion bindet Menschen auf außergewöhnliche Weise zusammen. Zum wiederholten Mal ist auch unser prachtvoll sich entwickelnder Kinderchor in die Aufführung integriert und lernt dadurch diese wundervolle Welt kennen. Das insgesamt ist für mich in diesem Fall wichtiger als die exakte Befolgung aufführungspraktischer Besetzungsgrößen der Entstehungszeit. Die Mitwirkung der Dresdner Kapellsolisten mit ihrem stupenden Können, einschlägiger Kenntnis gerade der Musik dieser Zeit und mit ihrer internationalen Erfahrung beflügelt uns alle zusätzlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Hören moderner Aufführungen von  zum Teil außerordentlich verehrten!  Barockspezialisten fällt auf, dass Bach auf neue Art &apos;romantisch&apos; geworden ist. Es wird affektenreich &apos;gedeutet&apos;, dynamisch abgestuft, es werden z.T. extreme Tempi gefunden  langsame wie schnelle. Die Ideen sind ebenso vielfältig wie verwirrend: &quot;Kommt Ihr Töchter&quot; ist mittlerweile mit der Berufung darauf, Bach habe prinzipiell flüssig musiziert, als flottes Madrigal zu erleben  durchsichtig, transparent und in originaler Besetzung, aber mit lustig-kecken staccato-Noten, die wohl doch an der Intention einer Passionsmusik vorbeigehen und mit Nägelschlägen des Kreuzigens nichts mehr zu tun haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Falle der Matthäus-Passion verdanke ich die ersten Anregungen Rudolf Mauersberger, der mir als Zehnjährigem eine grüne Peters-Partitur auf den weihnachtlichen Gabentisch legte. Autogramme von Peter Schreier, Theo Adam, Hans Joachim Rotzsch, Siegfried Lorenz, Thomas Thomaschke, Emilia Petrescu, Martha Kessler, Annelies Burmeister, Heidi Rieß  und Mauersbergers Widmung zieren die Innenseiten. Eine solche Prägung lässt sich nicht leicht abschütteln: wie klang Bach vor 40 Jahren? Die bekannte Aufnahme (ich habe sie mitgesungen und sehe sie durchaus kritisch) verrät ein den heutigen kleinen und flexiblen Ensembles konträres Herangehen: der Chorklang gleicht einer Silbermann-Orgel. Junge Sänger (wie zu Bachs Zeiten), die in ihrer &apos;jugendlichen Unschuld&apos; die Spiritualität und theologische Kraft der Musik allenfalls ahnen können, stattdessen von Bach und Mauersberger geführt werden, wie ein Organist die Pfeifen seiner Orgel durch Tastendruck &apos;bedient&apos;. Die Orgelpfeife, der Chorknabe als perfektes Medium für den Transport der &apos;musicalischen Wissenschaft&apos; zum Hörer: man mag Defizite beklagen, aber selbst durch den zweifellos romantisierten (u.a. vibratoreichen und artikulationstechnisch nach heutigem Wissen zu wenig profilierten) Orchesterklang hindurch spricht die Struktur der Musik klar zu uns, wird mit großer Selbstverständlichkeit entblättert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Wurzel meiner eigenen Auseinandersetzung mit Bach hat sicher Spuren hinterlassen in unserer Aufführung, die versucht, im Wissen um aufführungspraktische Quellen und Details den Weg von der Struktur zum Affekt zu gehen. So entsteht das Tempo der Chöre zu Beginn (&quot;Kommt Ihr Töchter&quot;) und zum Ende (&quot;O Mensch bewein dein Sünde groß&quot;) des ersten Teils z.B. aus der Überlegung, dass beide Stücke nahezu gleich lang sind (90 Takte bzw. 99 Takte). Beides sind Choralbearbeitungen  das Choraltempo bestimmt also ganz wesentlich die gesamte Nummer. Chor Nr. 1 ist darüberhinaus eine zum Kreuzweg gewordene Pastorale  von fernher hören wir die Hirtenmusik aus dem Weihnachtsoratorium (auch dort mit einem Choral kombiniert!). Dieser Hintergrund und übrigens auch die Akustik der Thomaskirche (1736 platzierte Bach den cantus firmus auf der &apos;Schwalbennestempore&apos; gegenüber!) schließt für mich alle schnelleren Varianten definitiv aus: die Größe beider Nummern wächst, je ruhiger sie sich entfalten können  je öfter ich die Chöre probiert habe, desto dringlicher verlangte die Musik danach. Das Ohr beginnt, in die Verästelungen hineinzuhören und eine Ahnung zu erhalten von der Wissenschaft Bachs, wenn er nach &quot;da verließen ihn alle Jünger und flohen&quot; eine Choralbearbeitung setzt, die aus 11+1 Stimmen besteht (11 Jünger sind weg, Petrus bleibt noch) und 12 Einsätze hat, die in den Unterstimmen wiederum durch Verschmelzung der Einsätze 10 und 11 nur als insgesamt 11 wahrnehmbar sind  Die grandiose Konstruktion dieses Stücks kann nicht der Vordergründigkeit eines die Flucht illustrierenden Tempos geopfert werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenso, wie es ein  sicher nach oben und unten zu modifizierendes  Choraltempo gibt (und jeder Organist für eine Choralstrophe eine bestimmte Registratur finden muss), sind fast alle Turbae in einem Allegro ordinario gehalten und exponieren dadurch eine zweite Temposchicht. Die dritte bilden die Tempi der Accompagnato-Recitative, deren rhythmische Vielfalt und ungeheure Fantasie erst wirksam werden, wenn sie annähernd im gleichen Puls erklingen: aus dem Bewegungsimpuls der Gesangslinien entwickelt Bach affektenreich die Instrumentalfiguren.  Große Freiheit des Tempos herrscht dagegen im Rezitativ des Evangelisten und in den Arien, deren jede eine ganz eigenständige Atmosphäre atmet und auf subtilste Art motivisch mit den Accompagnati verwoben sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Scheu des Hinzufügens von zu viel &apos;Interpretation&apos; ist groß. Stravinski hat bezüglich seiner eigenen Musik einmal formuliert: &quot;Ich habe oft gesagt, dass meine Werke gelesen, ausgeführt, aber nicht interpretiert werden sollen! Ich sage es noch immer, denn ich finde nichts in ihnen, was eine Interpretation erfordern würde!&quot;. &lt;br /&gt;
Das wäre das Ideal. Hinter der Ausführung den Schöpfer hervortreten zu lassen, hinter den Worten die Botschaft, hinter dem Passionsgeschehen den Geist des Evangeliums: in Musik, Theologie und Wort den Ursprung zu finden. Es sei mit alten oder neuen Instrumenten, es sei mit 24 oder 120 Sängern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Termine und Aufführungsorte unter &lt;a href=&quot;http://www.singakademie-dresden.de&quot;&gt;www.singakademie-dresden.de&lt;/a&gt;.</description>
    <dc:creator>klemmdirigiert</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 klemmdirigiert</dc:rights>
    <dc:date>2008-03-02T12:51:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://klemmdirigiert.twoday.net/stories/4740474/">
    <title>New York Philharmonic in Nordkorea</title>
    <link>http://klemmdirigiert.twoday.net/stories/4740474/</link>
    <description>&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;219&quot; alt=&quot;NYPO-in-Nordkorea&quot; width=&quot;292&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/klemmdirigiert/images/NYPO-in-Nordkorea.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Datum sollten wir uns merken: was waren wir bewegt, wenn wir vor 89 die Spitzenorchester im Osten hören konnten - dabei war das in der DDR fast schon Normalität, Berliner Philharmoniker, Münchner auch, Mailand mit Abbado, da gab es gegen Ende viel Bewegung. Wie mag es den wenigen wirklich Kunstverständigen aus Nordkorea gestern ergangenen sein? Und vermochte die Musik die Partei- und Militärkader zu erweichen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bedrückend das Interview zur Pause mit einem Musiklehrer, der die gute Qualität nordkoreanischer Musiker allen Ernstes damit begründete, daß der &quot;geliebte große Führer&quot; persönlich die Ausbildung und Entwicklung der Kunst überwachen würde. Überwachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war mir sehr mulmig bei Zuschauen. Der kühle Maazel - ab und an blitzt es bei ihm auf und allemal ist seine &apos;Neue Welt&apos; spannender als die des jungen Dudamel vor dem Papst (letztes Jahr mit Dauerespressivo und dirigentisch höchst problematisch). Maazels Spannug kommt von innen, vom klugen Disponieren, vom Durchhören und gekonnten Facetten (sehr schöne agogische Nuancen). Wer das Feuer oder große Charisma vermißte, bekam bei den Zugaben vielleicht einen Grund geliefet, den die Zeitungen von heute überwiegend verschweigen: nicht die Bemerkung Maazels, es könne ja vielleicht einer mal einen &quot;Amerikaner in Pjönjang&quot; komponieren war der Joke des Abends. Bei der Candide-Ouvertüre meinte Maazel, man solle sich den Oberguru Bernstein vorstellen und - trat ab. Botschaft: es geht auch ohne den &quot;geliebten großen Führer&quot;. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.</description>
    <dc:creator>klemmdirigiert</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 klemmdirigiert</dc:rights>
    <dc:date>2008-02-27T16:42:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://klemmdirigiert.twoday.net/stories/4628503/">
    <title>Danke - Maurizio Pollini, für diesen Flankenschutz...</title>
    <link>http://klemmdirigiert.twoday.net/stories/4628503/</link>
    <description>&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;109&quot; alt=&quot;Pollini&quot; width=&quot;146&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/klemmdirigiert/images/Pollini.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;&quot;Die Aufführung spielt eine wichtige Rolle bei der Frage, wie man mit einer gewissen Sprache vertraut wird. Sicher ist es nötig, dass das Publikum die außergewöhnliche Entwicklung der Sprache der Komponisten des 20. Jahrhunderts nachfühlen kann, einer Sprache, die sich auf den ersten Blick sehr unterscheidet von der der Klassik. Diese Sprache des 20. Jahrhunderts sollte von Menschen, die Konzerte besuchen, als Normalität empfunden werden. Das Problem ist nur, dass es nicht genügend Aufführungen mit zeitgenössischer Musik gibt. Das muss sich ändern. Letztlich ist es gar nicht so schwierig, die Musik von Schönberg, Stockhausen, Ligeti, Boulez und Nono zu verstehen. Wenn Nono eine wunderschöne Melodie für eine Frauenstimme schreibt, macht sie musikalisch absolut den gleichen Sinn, als wäre sie von Mozart oder Monteverdi, auch wenn die Intervallstruktur eine andere ist. Aber diesbezüglich gibt es noch viel zu tun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erfahrung zeigt, dass das breite Publikum Nono, Berio und Stockhausen nicht so lieb hat und Mozart, Beethoven und Schumann vorzieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Egal. Zeitgenössische Musik muss vor einem großen Publikum gespielt werden. Das ist auch der Grund, warum ich klassische und romantische mit zeitgenössischer Musik kombiniere.&quot;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pianist Pollini in einem &lt;a href=&quot;http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/?em_cnt=1273546&amp;em_cnt_page=1&quot;&gt;Intervie der FR&lt;/a&gt;.</description>
    <dc:creator>klemmdirigiert</dc:creator>
    
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    <dc:date>2008-01-19T13:10:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://klemmdirigiert.twoday.net/stories/4618550/">
    <title>Die irgendwelcher modernistischer Umtriebe sicher unverdächtige Neue Zürcher Zeitung...</title>
    <link>http://klemmdirigiert.twoday.net/stories/4618550/</link>
    <description>&lt;i&gt;&quot;Dabei müsste die Rekonstruktionswelle ein Alarmsignal sein. Drückt sich im angstvollen Festklammern an einer idealisierten Vergangenheit in Form von regionalen Bau-Ikonen doch mitunter gar Revisionismus aus. Mit der architektonischen Vergangenheitsbeschwörung soll dabei die Verlorenheit der Menschen in einer kalt wirkenden globalisierten Welt gemildert werden. Unter dem Dach der Rekonstruktion wird  wie bei der Dresdner Frauenkirche  Gemeinschaft gestiftet. Doch darüber hinaus erweist sich die Rekonstruktionseuphorie als Spätwirkung einer humorlos gewordenen europäischen Postmoderne, in der sich das tiefe Misstrauen gegenüber der Moderne und ihrer Architektur, ja der Zukunft insgesamt manifestiert. So tief ist dieses Misstrauen gegen Architektur und Architekten in Deutschland mancherorts geworden, dass beim Bauen erlaubt ist, was sonst in der Kunst als verboten gilt. Nirgendwo sonst nämlich wird die Fälschung so goutiert wie hier. Hingen in den Museen so hemmungslos banale Nachahmungen, wie sie sich beim Blick in die Kuppel der Dresdner Frauenkirche zeigen, alle Welt würde zu Recht aufschreien. In Dresden aber herrscht stattdessen heiliges Staunen. Original und Imitation gleichen sich im Zeitalter der virtuellen Verfügbarkeit der Architektur immer mehr an. Stadt und Stadtkopie werden austauschbar.&quot; &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
in voller Länge &lt;a href=&quot;http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/aktuell/geliebte_faelschung_1.651395.html#comment_article&quot;&gt;hier zu lesen&lt;/a&gt;</description>
    <dc:creator>klemmdirigiert</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 klemmdirigiert</dc:rights>
    <dc:date>2008-01-15T21:47:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://klemmdirigiert.twoday.net/stories/4578230/">
    <title>Partituren - empfehlenswerte Zeitschrift</title>
    <link>http://klemmdirigiert.twoday.net/stories/4578230/</link>
    <description>&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;226&quot; alt=&quot;Partituren&quot; width=&quot;177&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/klemmdirigiert/images/Partituren.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das letzte Heft galt den - Dirigenten... Carlos Kleiber auf dem Titel, drinnen wirklich sehr gute Artikel ud insgesamt ein hohes Niveau. Die seit einiger Zeit vertriebene Zeitschrift scheint wirklich gut zu sein. Derzeitiges Thema: Nachtmusik.</description>
    <dc:creator>klemmdirigiert</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 klemmdirigiert</dc:rights>
    <dc:date>2008-01-02T17:54:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://klemmdirigiert.twoday.net/stories/4569310/">
    <title>Kritik zu Voigtländers &quot;MenschenZeit&quot; aus dem ND om 21.12.07</title>
    <link>http://klemmdirigiert.twoday.net/stories/4569310/</link>
    <description>Wagnis  ein fruchtbarer OrtLothar Voigtländers Oratorium »Menschenzeit« in Dresden&lt;br /&gt;
Von Stefan Amzoll&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
»Vorsicht hat noch nie einen Sieg errungen, Ungestüm schon oft!«&lt;br /&gt;
(Arnold Schönberg)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neue Musik, umschifft sie die Bedrängungen des Lebens und frönt den Moden, ist meist tödlich langweilig. Das ist ein Jammer. In ihr steckt so viel. Hunderte formale, klangliche, technische Entdeckungen seit Schönberg schreien danach, zeitgemäß mobilisiert zu werden. Wo sind die Geister, die das Potential wie Lava hinausspeien?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lothar Voigtländer, Jg. 1943, schuf ein Oratorium, das wahrlich brennendes Material hochwirft: »Menschenzeit« auf Texte von Eugéne Guillevic für vier Solisten, Chor und Orchester. Es kam am Dienstag in der Dresdner Lucaskirche zur Uraufführung, einem Raum mit hervorragender Akustik. Ein Stück, gehörig entfernt von der alten Oratoriumsmusik und doch irgendwie darin gebettet, ein 45-Minuten-Werk, das Gedanken entwickelt, das formal klug disponiert ist, das durchgängig Spannung hat. Ein Wurf, der den Sängern und Musikern Maximales abverlangt. »Unser Gesang weiß mehr als wir von der Erde, vom Tod...«  Worte des Dichter-Philosophen Eugène Guillevic, dessen 100. Geburtstag in diesem Jahr nicht nur in Frankreich begangen wurde. Lothar Voigtländer bewundert dessen Verse und Wahrheiten nicht nur, er komponiert sie auf bewundernswerte Weise. Sie spiegeln sich in vokalinstrumentalen und elektroakustischen Stücken, die Gesangsparts einbeziehen, und in einem Kammeroratorium mit dem Titel »Le temps en causa«, das 1990 entstand und in Paris und Liverpool erklang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was charakterisiert nun die neue Komposition? Zunächst: Sie beweist ungeheuren Mut. Guillevics Dichtung erzählt keine Geschichte. Sie besingt symbolhaft die Zeit, die dem Einzelnen bleibt. Was in ihr sich widersprüchlich vollzieht: Schönheiten, Schrecknisse. Zeit läuft unerbittlich, bleibt stehen, dreht zurück, ruft, brüllt. Zeit, die singt und schweigt. Die Uhren ticken in »Menschenzeit« anders. »Die Zeit, die einen Vogel hinsiechen lässt im Sand und zum Schweigen bringt reines Wasser.«&lt;br /&gt;
Mixturen fallen ins Gewicht, Collagen, Montagen. Was immer passiert, es ist mehrschichtig angelegt. Linearität hat zu schweigen. Stimmen zweier Chöre, eine Gruppe Chorsolisten und ein großer gemischter Chor, verwoben mit orchestralen und instrumentalen solistischen Parts, auch mit freien improvisatorischen Teilen. Posaunensoli  so verrückt wie die von Jericho  lassen »Mauern aus Stein und Erde« erzittern. Jede Gesangsstimme, vom Sopran bis zum Bass, darf, selten unbegleitet, die Expressiva ihrer Anmut, ihrer Traurigkeit, ihres Zorns widerspruchsvoll aussingen. Instrumente und Instrumentengruppen treten aus ihrer Begleitrolle heraus. Markante Choreinwürfe zerklüften die komponierte Landschaft. Polyphonie ist deren Hauptmerkmal. Nichts geht glatt durch. Die Aufmerksamkeit des Ohres ist gefragt, seitens der Aufführenden wie der Hörer. Textmaterial kommt stellenweise französisch und deutsch (Nachdichtung Paul Wiens).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
»Menschenzeit« vertraut Eugène Guillevics humanen poetischen Spiegelungen, attackiert sie aber auch, das heißt, die Musik löst sich vom Text und bringt vollkommen neue Gedanken. Wie bei Bach fahren Chöre und Instrumente im Forte Fortissimo drein, sie fordern ihr Recht, sie wollen handeln, schreien, schlagen: »Steine und zuschlagen, zuschlagen, die Steine zur Hand«, ruft das Vokalensemble zusammen mit dem Sopran. Die Kraft des vollen Klangkörpers kündigt schon die Eröffnung an: »Die Zeit  nicht die Zeit«. Der Bogen spannt sich im Finale. Es lässt alle Schwellenängste hinter sich und begehrt auf wider diese Zeit: »LES HOMMES  PAS LES HOMMES!« kommt scheinbar in einer Molltonart. Aber nichts ist mit moll. Es genügt nicht zu raunen, zu trauern, zu seufzen. Der Schrei muss raus wie die Kugel aus dem Gewehrlauf. Ganz zuletzt brodelt es nur noch wie die glühende Lava. Ein einzigartiger Tumult.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahnwitz einer Philharmonie, wie ihn vielleicht nur Bernd Alois Zimmermann und Friedrich Schenker komponieren konnten. Vorsicht hat noch nie einen Sieg erringen können. Das Wagnis ist der fruchtbare Ort. Lothar Voigtländers »Menschenzeit« ist ein Meisterwerk. Hohe Anerkennung allen Ausübenden. Den jungen Musikern der Sinfonietta Dresden. Den hochmotivierten Chören der Singakademie Dresden. Dem Solistenquartett, das anspruchsvollste Aufgaben zu bewältigen hatte. Dem Dirigenten Ekkehard Klemm, dem eine starke Gesamtaufführung zu danken ist. Sie erhielt viel Beifall.</description>
    <dc:creator>klemmdirigiert</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://klemmdirigiert.twoday.net/topics/Kritiken&quot;&gt;Kritiken&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 klemmdirigiert</dc:rights>
    <dc:date>2007-12-29T20:15:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://klemmdirigiert.twoday.net/stories/4569273/">
    <title>007</title>
    <link>http://klemmdirigiert.twoday.net/stories/4569273/</link>
    <description>...nun muß ich wohl den Klingelton meines Handys ändern...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
007 (&quot;Gold finger&quot; röhrt mir mein Nokia noch immer entgegen) war ein gutes Jahr. Nicht nur, weil 2 und 7 9 ergibt und durch 3 teilbar ist, jene göttliche Zahl der Vollkommenheit, wie die Schriftstellerin J. Zeh recht überzeugend &lt;a href=&quot;http://www.welt.de/welt_print/article1501781/So_arg_wars_nicht.html&quot;&gt;be- bzw. nachweist&lt;/a&gt;, nein ich meine das jetzt ganz persönlich und gemessen an meinen künstlerischen Herausforderungen, die ich mir schöner nicht hätte denken können. Die Höhepunkte waren zunächst die Werke der Zeitgenossen: die UA von Voigtländers &quot;MenchenZeit&quot; erst kürzlich (eine der Kritiken &lt;a href=&quot;http://klemmdirigiert.twoday.net/stories/4569310/&quot;&gt;hier&lt;/a&gt;); die INTOLLERANZA von Nono in München, Schnebels MAJAKOWSKIS TOD ebenda und seine Schubert-Phantasie im Konzert des Dresdner Hochschulsinfonieorchesters; außerdem die UA von Herchets Jakobus-Kantate im Kammerabend der Sächsischen Staatskapelle und im vierten Jahr nacheinander Terterians DAS BEBEN (letzteres wieder in München); nicht zu vergessen die UA eines Werkes des Hamburger Komponisten W. A. Schultz (&quot;Archaische Landschaft mit heilender Trauer&quot;) mit den Dresdner Kapellsolisten, die UAen zweier Werke von Studenten (Nina Shenk und Jae Hyun Park).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im sinfonischen Bereich waren die Höhepunkte die 4. Bruckner sowie die 4. Brahms und Bergs Violinkonzert - sämtlichst mit dem Hochschulsinfonieorchester. In der Oper ferner mit Wehmut der Abschied vom Münchner IDOMENEO und ein FIGARO in Bad Hersfeld, wo es neue Aufgaben gibt in den nächsten Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann die chorsinfonischen Großprojekte: Missa solemnis von Beethoven sowie die Auseinandersetzung mit Mendelssohn und seiner Schwester Fanny Hensel. Die Erträge sind &lt;a href=&quot;http://klemmdirigiert.twoday.net/20070625/&quot;&gt;hier&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;http://klemmdirigiert.twoday.net/20071021/&quot;&gt;hier&lt;/a&gt; und &lt;a href=&quot;http://klemmdirigiert.twoday.net/20070928/&quot;&gt;hier&lt;/a&gt; zu lesen gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige meiner Studenten stehen gut in Lohn und Brot, eine Schülerin ist ins Dirigentenforum des deutschen Musikrates aufgenommen worden, die ersten von Anfang an unterrichteten werden nun bald absolvieren... &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch: 2+7=9:3=3, das war schon ganz ordentlich. Wie rechnen wir uns 2+8 schön?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alles Gute!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
PS: wobei eben erst am Ende abgerechnet wird - die Lage in Pakistan und so manch andere Dinge auch im eigenen Land (wobei mir die inländischen Kriminellen nach wie vor stärker auffallen als Herrn Koch die ausländischen - unfaßbar, dieses Geschwätz angesichts andauernder Überfälle von Nazis, Hooligans, die für ein Fünftligaspiel 1200 Polizisten brauchen und toter bzw. schwerverletzter Farbiger, die sich in keine deutsche Disko mehr trauen!) geben selbst 2007 noch ein recht dramatisches Finale. Wir merkeln uns die (für mich trotz allem oft zweifelhaften) Erfolge der Kanzlerin und hoffen, daß die Liga von der Leyen, Zypries, Münterfering dankbaren Angedenkens, Steinmeier nicht zerkocht wird vom Alltagsgeschäft oder in weiteren Bushbränden dahingeht... . &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Broders Prophezeihungen auf &lt;a href=&quot;http://www.spiegel.de/politik/debatte/0,1518,525846,00.html&quot;&gt;SPIEGEL-online&lt;/a&gt; sind sehr düster, man mag von ihm halten, was man will. Er trifft in vielem den Nagel auf den Kopf.</description>
    <dc:creator>klemmdirigiert</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 klemmdirigiert</dc:rights>
    <dc:date>2007-12-29T19:23:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://klemmdirigiert.twoday.net/stories/4540185/">
    <title>Konzertreihe ADVENTSTERN</title>
    <link>http://klemmdirigiert.twoday.net/stories/4540185/</link>
    <description>&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;300&quot; alt=&quot;lully&quot; width=&quot;243&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/klemmdirigiert/images/lully.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Programme der Reihe ADVENTSSTERN der Singakademie - das sage ich nicht ohne Stolz - verdienen es, hier noch einmal festgehalten zu werden: sie dürften für einen Laienchor nahezu ohne Beispiel sein im alljählichen Wettbwerb der Weihnachtskonzerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2004 Pärt, Arbos; Franck, Motetten; Bach, Kantate 2 aus dem WO; Britten, Kantate St. Niclas; Bach, Kantate 5 aus dem WO; Eccard, Motetten; Pärt, Arbos&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2005 Armenische Sharakans; Bach, Kantate 1 aus dem WO; Terterian, 6. Sinfonie; Bach, Kantate 3 aus dem WO; armenische Sharakans&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2006 Bach, Magnificat (mit weihnachtlichen Ergänzungen); Weiss, &quot;Confessio saxonica&quot; (Uraufführung)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2007 Charpentier, Messe de Minuit; Voigtländer, &quot;MenschenZeit&quot; (Uraufführung); Lully, Te deum&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2008 (geplant) Bach, Messe A-Dur; Herchet, Kantate zum Sonntag nach Weihnachten (deutsche EA); Stravinski, Psalmensinfonie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer immer also am Dienstag 18.30 Uhr (Einführung) oder 19.30 Uhr (Konzertbeginn) in die Dresdner Lukaskirche findet - es gibt ein großes, besonderes, ein festliches Konzert zu hören, das über Weihnachten etwas anders reflektiert als nur durchs Absingen bekannter Nummern...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daß die Singakademie diesen unbequemeren Weg so engagiert mitgeht, nötigt mir tiefen Respekt ab!</description>
    <dc:creator>klemmdirigiert</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 klemmdirigiert</dc:rights>
    <dc:date>2007-12-16T21:37:00Z</dc:date>
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