24
Okt
2006

Schumann, NACHTLIED, nach Hebbel

CDF

Robert Schumann, NACHTLIED


Die Nacht spielt in der romantischen Kunst eine besondere Rolle, ist Erfahrung von Tiefe ebenso wie Furcht vor dem nicht zu Fassenden, Dunklen, Endlosen – vor dem Abgrund der Seele.

Es war, als hätt' der Himmel die Erde still geküßt, heißt es bei Eichendorff, von Schumann kongenial vertont: ein schwebender Ton, scheinbar ohne harmonische Bindung; einen Ton darüber beginnt die Melodie, steigt bis zum Himmel, berührt kurz den Ausgangston, um danach einen Ton 'unter dem Himmel' neu anzusetzen und sich nach unten zu schwingen – was für ein Einfall!

Auch Webers Agathe besingt die Nacht auf eine Art und Weise, die uns die Bilder Caspar David Friedrichs direkt vor Augen führt. Hier wie dort ist die Nacht Ort des Aufblickens: zu den Sternen, zum Mond, zu Gott. Der Himmel der Natur als Fluchtpunkt des einsamen romantischen Menschen und als Ort des göttlichen Erlebens: aus dem Anblick des Nachthimmels erwächst das Gebet Agathes. Und aus beidem speist sich die Hoffnung auf Max' Erscheinen, die Vision ihrer Liebe, die wenig später so herb enttäuscht wird, weil der Geliebte nicht dem Himmel, sondern in seiner Verzweiflung der Finsternis zuneigt – die Wolfsschlucht erzählt eindrücklich davon.

Schumanns NACHTLIED nach einem Text von Hebbel beginnt beinahe bizarr, harmonisch und motivisch indifferent. Aus dem musikalischen 'Nebel' schälen sich die ersten Gesangseinwürfe Quellende, schwellende Nacht – auch diese verteilt auf verschiedene Stimmgruppen und gleichsam im Raume schwebend. ...voll von Lichtern und Sternen wird danach eher harmonisch-melodisch ausgedeutet, nur einige Streicher-Tremoli und Bläser-Staccati setzen Farbtupfer illustrierender Art. Steigendes, neigendes Leben, riesenhaft fühle ich's weben – mit großen Oktavsprüngen schreitet das Werk fort, gewinnt an Tempo. Aber Schumanns Nacht ist an dieser Stelle nicht bedrohlich; er erlebt sie gewaltig, erschauernd auch, das beengte Herz jedoch wird durch die Nacht weit gemacht, das Moment der Befreiung ist stärker.

Mit einer fast identischen Figur zum eingangs zitierten Lied senkt sich der Schlaf herab. Beinahe auf Webern vorgreifend werden Einzeltöne und Akkorde nach- und übereinandergeschichtet. Der Chorsatz bleibt zerklüftet bis fast zum Schluß: ziehst du den schützenden Kreis ist ganz eindeutig ein Zitat Mendelssohns, der sein berühmtes O Täler weit, o Höhen bei den Worten schlag noch einmal den Bogen um mich du grünes Zelt mit denselben Wendungen beschließt.

Der Ansatz des Stückes ist geradezu revolutionär, mindestens aber experimentell – das Stück entstand 1849! Aber es ist eine Revolution von innen, aus der Tiefe des Geistes, der romantischen Inspiration und des philosophischen Ausdeutens her. Schumann findet jene Farben, Klänge und Strukturen, denen wenig später Brahms durch seine Verortung in der klassischen Form und der Kontrapunktik Bachs den Hauch des völlig Neuen nimmt. "Neue Bahnen" attestierte Schumann dem jungen Kollegen – Schumann selbst entwarf sie, Brahms konnte auf ihnen gehen.

20
Okt
2006

Vorschau

Die morgige Aufführung des DEUTSCHEN REQUIEM von Brahms zusammen mit Schumanns NACHTLIED (nach einem Text von Hebbel) läßt den Blick etwas vorausgehen:

21.10.06 Lukaskirche Dresden, 16.30 Uhr
Schumann, Nachtlied
Brahms, Ein deutsches Requiem
Singakademie Dresden, Sächsische Staatskapelle

04.11.06 Haus der Kreuzkirche, 20.00 Uhr
Einführungssoiree mit Aufführung der Suite nach Texten Michelangelos von D. Schostakowitsch
Vortrag DAS VERMÄCHTNIS DER JUBILARE (Dr. F. Streller)
Künstlergespräch mit Stipendiaten des Dirigentenforums des Deutschen Musikrates
Solist: Egbert Junghanns

05.11.06 Kreuzkirche Dresden
Schumann, Requiem
Mozart Requiem
DirigentInnen: Shi-Yeon Sung, Markus Landerer
Singakademie Dresden, Orchester der Landesbühnen Sachsen
(Abschlußkonzert eines Dirigierseminars unter meiner Leitung)

21.11.06 Gärtnerplatz München, 20.00 Uhr
Schnebel, MAJAKOWSKIS TOD

22.11.06 Semperoper Dresden, 11.00 Uhr
Matinee des Hochschulsinfonieorchesters
Bartók, Tanzsuite
Crussel, Fagottkonzert
Lutoslawski, Cellokonzert
Strauss, Walzerfolge Rosenkavalier

22.11.06 Dom zu Wurzen, 17.00 Uhr
Schumann, Requiem
Mozart, Requiem
(Wiederholung vom 5.11. unter meiner Leitung)

25.11.06 Gärtnerplatz München, 20.00 Uhr
MAJAKOWSKIS TOD

26.11.06 Schwarzenberg, Kirche, 17.00 Uhr
Schumann, Requiem
Mozart, Requiem

02.12.06 Kleines Haus Dresden, 20.00 Uhr
Wilfried Krätzschmar, Michael Wüstefeld SCHLÜSSELOPER, Uraufführung
Produktion der Hochschule für Musik Dresden, Regie: Andreas Baumann

17.12.06 Lukaskirche Dresden, 17.00 Uhr
Bach, Magnificat (Fassung in Es-dur)
Weiss, Confessio Saxonica, Uraufführung
Singakademie Dresden, Sinfonietta Dresden

9
Okt
2006

DAS PARFÜM

ist ein langweiliger, teilweise schön anzusehender Film (Landschaften, Lavendelfelder u.ä.). In furchtbarer Vorhersehbarkeit zieht sich gegen Ende eine Massenhysterieszene endlos dahin - man weiß leider beim ersten Augenschein schon, daß sich nun alle nackt ausziehen usw., was aber eben sehr lange dauert, schließlich handelt es sich ja um eine Vision in Zeitlupe...

Alles ganz grausam. Warum aber in aller Welt muß Tom Tykwer auch noch für die geschmacklose Musik verantwortlich zeichnen, für diesen entsetzlichen Brei aus dur-moll-Gesäusel, einfallslos, kitschig und natürlich harfenparfümiert (dieses wunderbare Instrument muß viel leiden, wenn es um Winde, Düfte oder dergleichen geht...) - und warum in aller Welt geben sich die Berliner Philharmoniker und Sir Simon für solchen Dusel her?

Unfaßbar peinlich.

7
Okt
2006

Hochschulwettbewerb Dirigieren

Morgen beginnt ein sehr anspruchsvoller Wettbewerb, den wegen der verschiedenen Jubiläen (150 Jahre Hochschule für Musik, 800 Jahre Dresden) die Dresdner HfM Carl Maria von Weber ausrichtet.

Nähere Infos hier.

Wer diese 3 Runden erfolgreich meistert, kann einigermaßen dirigieren...

3
Okt
2006

"Das Abschlagen von Köpfen ist nicht trivial"

Idomeneo

Manch eine/r hatte hier einen Kommentar erwartet zum Berliner IDOMENEO-'Skandal' (wahlweise Desaster, Debakel o.ä.).

SPIEGEL-online informiert jetzt über eine Debatte dazu. Die Zitate des evangelischen Bischofs aus dieser Debatte machen mich ein wenig nachdenklich: "Jesus, Mohammed und Buddha haben neben Poseidon nichts zu suchen" - das mag aus religiöser oder religionsgeschichtlicher Sicht richtig sein, für den gewöhnlichen Atheisten oder den nach Bildern suchenden Künstler ist das völlig egal: Gott bleibt Gott. Auf der Bühne theologisch einwandfreie Sinnzusammenhänge zu erwarten, würde die Kunst nun ganz und gar abschnüren. Die Sensibilität gegenüber Moses hatte H. M. Broder unlängst schon als säkularisierter Jude beleidigt registriert - da hat Neuenfels wohl gekniffen...
Das andere Huber-Zitat - Das Christentum habe in einem langen Prozess Abstand von der Gewalt gewonnen, "das Abschlagen von Köpfen ist nicht trivial, auch wenn die Köpfe aus Pappe sind", diese "Leidensgeschichte" habe der Islam noch vor sich. - ärgert mich nun wieder wegen der darin implizierten Überlegenheitsattitüde des Christen gegenüber dem Islam.

Zur Verteidigung von Intendantin Harms muß gesagt werden: wäre etwas passiert, wäre sie auch juristisch mit allen Konsequenzen zur Verantwortung gezogen worden - denken wir nur an die bedauernswerten Fluglotsen vom Bodensee oder die armen Schw..., die jetzt den Unfall des Transrapid ausbaden müssen. Intendant heißt eben nicht nur, für die Kunst verantwortlich zu sein. Daß eine andere Entscheidung wünschenswert gewesen wäre - wer wollte es leugnen?

In meiner Münchner ENTFÜHRUNG habe ich angeregt, den Schlußgesang "Wer dieses nicht erkennen kann, den seh' man mit Verachtung an" abzubrechen: vornweg ist von Osmins andauernden Rachegelüsten die Rede und von der Güte des Bassa Selim. Der Muselmann Osmin soll also mit Verachtung angesehen werden, weil er nix kapiert hat. Mozart war seinerseits nicht zimperlich. Unserer abgebrochenen und damit das happy-end verweigernden Version (Konstanze bleibt die Melodie beim Wort Verachtung im Halse stecken, mehr nicht; ohne Köpfe, Blut oder Schüsse) wurde damals vorgeworfen, die "Glückssicherheiten von Mozarts Seelenmusiken" verraten zu haben. Irgendwie fühle ich mich durch die aktuelle Debatte bestätigt.

In dieser Saison darf ich übrigens auch 4x den IDOMENEO geben - in einer überirdisch schönen Version, was die Bühne betrifft; vielleicht zu harmonisch? (Bild sh. oben, Daten: Samstag, 31. März 2007 19.00 Uhr
Sonntag, 08. April 2007 19.00 Uhr
Samstag, 19. Mai 2007 19.00 Uhr,
Samstag, 07. Juli 2007 19.00 Uhr)

29
Sep
2006

a-cappella-Konzerte mit der Singakademie Dresden in Wechselburg, Dresden und Meißen

(mehr unter Singakademie Dresden)

MOZART und DRESDEN
- ein a-cappella-Programm zum Jubiläum Dresdens und Mozarts 250. Geburtstag

Der im Jahr 1756 geborene Mozart hat unzählige Werke hinterlassen: Opern, Sinfonien, Messen, Sonaten, Quartette... Zu den am wenigsten bekannten Werken gehören einige Kanons. Am verbreitetsten ist noch die Ansicht, daß mit einigen Kanons Mozart Schabernack getrieben hat, daß es hingegen auch einige geistliche gibt, dürften nur die wirklichen Enthusiasten wissen.

Mozarts geistliche Kanons sowie ein harmonisch aufregender Kanon über das Ende einer Nachtigall entstanden zu ganz unterschiedlichen Zeiten: das Kyrie KV 89 - wahrscheinlich 1770 in Rom komponiert – gehört zu den Jugendwerken, das Alleluja sowie ein Ave Maria (KV 553/554) sind Werke des reifen Meisters (ins Werkverzeichnis 1788 eingetragen). Der Verleger Härtel hat dem Kanon KV 229 Ludwig Christoph Heinrich Höltys "Auf den Tod einer Nachtigall" unterlegt.

Die Stücke sind nur ein winziger Mosaikstein von Mozarts Schaffen – aber auch hier sind seine Originalität und sein Ideenreichtum besonders ausgeprägt. Er spielt mit besonders komplizierten Formen kanonischen Komponierens sowie mit vertrackten harmonischen Strukturen und reizt die Gattung aus bis zur Belastungsgrenze.

Diese Kleinode bilden den Rahmen unseres Programmes, das ansonsten Werke aus der Jubiläumsstadt Dresden beinhaltet: Motetten und a-cappella-Sätze der 800-jährigen Stadt – vor allem solche, die etwas abseits der bekannten Musikgeschichte liegen, die mit Dresden zunächst die Namen Schütz, Weber, Wagner und Strauss verbindet.

Mauersbergers Geistliche Sommermusik entstand 1948. Sie gehört zu einer Reihe von Werken, die der berühmte Kreuzkantor (1889 – 1971) in der Zeit der Not für seinen Knabenchor schrieb. Sie folgte der kürzlich durch die Singakademie Dresden aufgeführten Lukas-Passion und ist wie diese ein groß angelegtes a-cappella-Werk, aus dem heute einige Ausschnitte erklingen. Es sind weitgehend homophon gehaltene Sätze nach Texten von Paul Gerhardt, Gerhard Tersteegen sowie Zitaten der Bibel.

Von Domkantor Andreas Weber kam die Anregung, den in Meißen geborenen Paul Umlauft (1853 – 1934), der später lange Zeit in Dresden und Leipzig wirkte, mit einigen Stücken zu bedenken. Die im Stile der Romantik geschriebenen Stücke erinnern an Schumann oder Mendelssohn. Besonders eindrucksvoll ist der größer angelegte Satz Lied des Einsiedels nach Simplicius Simplicissimus.

Wesentlich öfter sind in letzter Zeit die Werke Gottfried August Homilius' zu hören. Homilius studierte Musik in Leipzig und war dort Schüler von Johann Sebastian Bach. Ab 1742 war er Organist an der Dresdner Frauenkirche und ab 1755 bis zu seinem Tode Kreuzkantor und Musikdirektor an den drei Hauptkirchen von Dresden; Hauptwirkungsort von Homilius war die Dresdner Frauenkirche, nachdem die Kreuzkirche 1760 durch preußische Truppen zerstört und ihr Neubau erst 1792 geweiht wurde. Sein Vater unser ist besonders harmonisch ein interessantes 4-stimmiges Werk mit abschließendem Fugato. Die beiden anderen Stücke erinnern deutlich an die großen Motetten Bachs.

Mit dem Namen Schumann verbindet man zunächst die Städtenamen Zwickau, Leipzig oder Düsseldorf... Daß ein Großteil der bedeutendsten Werke Schumanns in Dresden entstanden sind, ist nicht allzu bekannt: u.a. das Klavierkonzert, die 2. Sinfonie, die FAUST-Szenen sowie auch mehrere Chorwerke ohne Orchester. Schumanns Dresdner Gesangsverein kann als eine Art Vorläufer der heutigen Singakademie bezeichnet werden und verfügte offenbar über erhebliche Qualitäten. Für diesen Chor entstanden die Gesänge op. 141, in denen sich auch Talismane findet, ein doppelchöriges Werk nach Goethes Text Gottes ist der Orient.

25
Sep
2006

"So wäre es an der Zeit, sich darauf zu einigen, das Eigene mit dem anderen zu verteidigen. Wer seinen orthodoxen Glauben erhalten will (ob Muslim, Jude oder Christ), muss mit dem Atheisten gemeinsam für eine säkulare Ordnung ringen - denn nur in diesem geschützten Rahmen lassen sich die religiösen Verschiedenheiten leben. Wer seine Ungläubigkeit erhalten will, muss mit dem Religiösen für die Glaubensfreiheit streiten, denn nur so lässt sich die Vielheit der Lebensformen aushalten. Wessen Glaube abweichende Überzeugungen nicht ertragen kann, der ist nicht gefestigt im Glauben. Wessen Atheismus traditionelle Gläubigkeit nicht ertragen kann, der ist nicht frei von Orthodoxie. Wessen Feminismus gläubige Frauen nicht akzeptieren kann, der ist nicht für die Selbstbestimmung der Frau. Wessen Toleranz nur die Toleranz Gleichgesinnter meint, der ist nicht tolerant. Wessen Glaubensfreiheit nur den eigenen Glauben meint, der gestattet keine Freiheit. Wessen Überzeugung keine Kritik aushält, der hat keine guten Gründe für die eigene Überzeugung. Wessen Selbstbild sich nur mit Beleidigung anderer stärkt, der traut sich nicht viel zu."

...sagt Carolin Emcke im Spiegel mit beeindruckender Klarheit.

Sie schließt sich anfangs den Verteidigern der Papstrede an und deutet dessen Intentionen als innerchristlich ausgerichtet. Genau dort habe ich einen anderen Eindruck. Ist die Vorlesung wirklich so 'filigran' gewesen? Mir schien, daß da durchaus auch Ideologie zelebriert wurde - im intellektuellen, von mir aus filigranen Gewand.

24
Sep
2006

Déjà-vu...

Typisches Déjà-vu-Erlebnis beim gestrigen Konzert der phantastischen Jungen Deutschen Philharmonie in Dresden: ein wunderbares Stück von Aribert Reimann zu Beginn, einige "Cluster und Klangsplitter" (der Dirigent Marc Albrecht) - und schon herrscht in Dresden Unruhe im überwiegend mit Senioren gefüllten Saal. Anfang der 80-er Jahre hießen die 'Skandal-Komponisten' Manfred Weiss (Violinkonzert), Wilfried Krätzschmar (1. Sinfonie) oder P. H. Dittrich (Stücktitel weiß ich nicht mehr genau). Nur Fritz Geißler mit seiner rückwärtsgewandten 9. Sinfonie (unter Herbert Kegel) wurde bejubelt (und bekam von mir ein Buh).

Die Dresdner... restaurieren, barockisieren, wölben grün und golden ihre Schätze und wachen streng, daß ja keine häßliche moderne Brücke den Blick aufs Städtchen verbaut (warum haben sie dereinst eigentlich das wirklich stählern-undurchsichtige Blaue Wunder zugelassen, das ja heute wohl zum Welterbe dazugehört...?!?)

Man kann und muß sie für das alles lieben - wie man manchmal daran verzweifeln könnte: die ehrwürdige Staatskapelle beendet ihre diesjährige Saison in Sachen zeitgenössische Musik etwa im Jahr 1945 mit dem Komponisten Bartók, die Dresdner Philharmonie schmückt sich mit etwas Schnittke, einem süffigen Cantabile von P. Vasks und dem Stück von Reimann - sh.o. - das noch dazu ein Gastorchester spielt (und 11 min. dauert). Daß bei dieser Programmpolitik die Zuhörer bei Reimann quatschen und unruhig sind, wundert mich nicht.

Kollegen - möchte ich den mein Blog sicher nicht lesenden Verantwortlichen zurufen: wollen wir uns auch mal um die Werte UNSERER ZEIT kümmern?

Danke also an Marc Albrecht und seine Truppe, die auf ihrer Tour auch noch die UA eines Stückes von Kaija Saariaho im Gepäck hatte (in Frankfurt und Leipzig zu hören - ein sehr farbiges, fast impressionistisches Stück; in Leipzig hören die Leute besser zu - aber es kommen zu wenige: das Gewandhaus war zu einem Drittel gefüllt).


"Robert Schumanns letztes Thema, kurz vor dem Ausbruch der Krankheit zu Papier gebracht, leuchtet hinein in Reimanns Katastrophen-Musik, in diese Cluster und Klangsplitter - für die Apokalypse glaubwürdige Klänge zu finden ist ja ohnehin Reimanns große Kunst, das macht ihm keiner nach. Plötzlich wird in diesen Stücken ein Fenster geöffnet und es wehen Schumanns Es-Dur-Klänge wie aus einer anderen Welt herein. Und sorgen für Ruhe, für Ausatmen, schaffen eine Insel des Vertrauens. Schon damals überkam mich dieses Gefühl: Man ist gestresst von der Musik, körperlich angegriffen, und spürt dann dieses Licht. Ein großartiges Stück!"

(M. Albrecht im Interview)

Nix hinzuzufügen!
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